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DOMODOSSOLA - 16-1-2026 -- Auch die Ossola ist im Weltraum vertreten. Der Asteroid (386618) Accomazzo trägt den Namen von Andrea Accomazzo, einem international renommierten Raumfahrtingenieur aus Masera und Protagonisten einiger der wichtigsten Missionen der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Es handelt sich um eine bedeutende Auszeichnung, die von der Internationalen Astronomischen Union genehmigt wurde und in den Kontext der planetaren Verteidigung fällt – einem strategisch wichtigen Bereich für die Sicherheit der Erde.
Wie die Nachrichtenagentur ANSA berichtet, hat die ESA beschlossen, zehn Asteroiden nach Persönlichkeiten und Orten zu benennen, die eine zentrale Rolle bei Raumfahrtmissionen zur Erforschung und Überwachung potenziell gefährlicher Himmelskörper gespielt haben. Darunter befinden sich vier italienische Namen: drei Forschende sowie ein symbolträchtiger Ort der ESA-Präsenz in Italien.
Besonders hervorsticht Andrea Accomazzo, Spacecraft Operations Manager der ESA, der einem breiten Publikum als Leiter der Mission Rosetta bekannt ist. Diese schrieb 2014 Geschichte, als erstmals ein Lander auf der Oberfläche eines Kometen – der 67P/Churyumov-Gerasimenko – landete. Eine wissenschaftliche Pionierleistung, für die Accomazzo von der Fachzeitschrift Nature als „Wissenschaftler des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Später spielte er auch eine zentrale Rolle bei Venus Express sowie bei der Mission Hera, die sich der Erforschung von Asteroiden widmet.
Andrea Accomazzo wurde am 27. Juli 1970 in Domodossola geboren und wuchs in Masera auf. Bis heute pflegt er eine enge Verbindung zur Ossola, wohin er regelmäßig zurückkehrt und wo er zahlreiche wissenschaftliche Vortragsabende gehalten hat. Dabei trifft er auf Schülerinnen und Schüler, Interessierte und Bürgerinnen und Bürger, um über den Weltraum, ESA-Missionen und den Wert der wissenschaftlichen Forschung zu sprechen. Dieses Engagement macht ihn nicht nur zu einem führenden Wissenschaftler, sondern auch zu einem wichtigen Vermittler wissenschaftlicher Kultur.
Nach dem Besuch des naturwissenschaftlichen Gymnasiums Rosmini in Domodossola begann Accomazzo seine Ausbildung bei der italienischen Luftwaffe. 1995 schloss er sein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik am Politecnico di Milano ab. Nach einer Tätigkeit bei FIAT Avio trat er 1999 in die ESA ein – der Beginn einer Karriere, die nun symbolisch durch einen nach ihm benannten Himmelskörper gekrönt wird.
Neben dem Asteroiden Accomazzo widmete die ESA weitere Kleinplaneten Schlüsselfiguren der planetaren Verteidigung: (126247) Laurafaggioli der Forscherin Laura Faggioli, (126248) Dariooliviero Dario Oliviero sowie (826631) Frascati, der Stadt, in der sich das ESA-Zentrum ESRIN und das Near-Earth Objects Coordination Centre befinden. Weitere Namen sind Esoc, Ocaña, Ramírezmoreta, Michaelkhan, Juanluiscano und Richardmoissl. Zudem erhielt der Komet P/2025 W3 (Kresken) einen neuen Namen.
Für die Ossola ist der Asteroid Accomazzo ein besonderer Grund zum Stolz: ein greifbares Zeichen dafür, dass ein Weg aus einem alpinen Gebiet bis weit hinaus ins All führen kann – zu Kometen und Asteroiden, die durch den Weltraum ziehen.

