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Kaum jemand macht sich Gedanken, warum der Güterverkehr in den letzten 70 Jahren stark angestiegen ist. Die Antwort ist einfach, seit dem Wirtschaftswunder

nach dem 2. Weltkrieg geht es den Menschen wirtschaftlich immer besser und mit der Eröffnung der «Supermärkte», in der Schweiz 1948 und in Italien 1957,

stieg die Nachfrage nach «Kaufmannsgüter» ungebremst.

Die Haushalte kauften Haushaltgeräte, vom Kühlschrank bis zum Fernsehgerät, sie schafften sich Motorroller und Autos an. Dies schaffte und schafft Arbeit, verlangt aber Transporte der Rohmaterialen zur Verarbeitung sowie den Versand der angefertigten Güter.

Alle diese Güter müssen transportiert werden. Die grossen Lastwagen auf den Strassen machen den Autofahrern keine Freude und so wurde die gute alte Eisenbahn neu entdeckt. Nicht mit den alten Güterwagen, sondern mit Containern und «leichten Ladebrücken» die schnell von Lastwagen auf die speziellen Güterwagen-Plattformen umgeladen werden können. Dazu braucht es, wie in den Häfen, grosse stationäre oder mobile Krane, welche die nur leicht gebauten «Ladebrücken» nur dann hochheben können, wenn sie speziell verstärkt sind.

Die Krux ist, dass die Mehrzahl der «Ladebrücken» auf Lastwagen nicht kranbar sind.

Die Güterzüge verfügen über speziell ruhig laufende Flachwagen und werden Züge des «kombinierten Verkehrs Strasse-Schiene» genannt.

Die zündende Idee, die Mehrzahl der nicht verstärkten «Ladebrücken» schnell und ohne Kran auf Güterzüge zu verladen und zu entladen zu können, kam drei deutschen Ingenieuren vor zwanzig Jahren. Damit würden sich alle «Ladebrücken»

für den schnellen Bahntransport eignen, sie werden vom Lastwagen direkt auf die Bahn-Tragwagen geschoben, dank einer cleveren technischen Einrichtung. Damit war das System «Cargobeamer» geboren und ab 2015 begann man eigene Züge anzubieten.

Das Unternehmen ist auf Expansionskurs und hat 2021 auch den Terminal von Crossrail im Güterbahnhof Domodossola II gekauft. Seither verkehren tägliche Zugspaare zwischen Kaldenkirchen (an der deutsch/holländischen Grenze) und Domodossola und entlasten die deutschen Autobahnen und mit drei wöchentlichen Verbindung nach Bari auch das italienische Strassennetz.

Seit 10 Jahren darf die Bern-Lötschberg-Simplon Bahn «BLS Cargo» die Züge von Cargobeamer führen. Zum Jubiläum trägt neu eine starke BLS Lok den grossen Namenszug «CargoBeamer»; Glückwünsche zum Geburtstag wünscht auch die Redaktion von «Ossola24» und «Wallis24».

Walter Finkbohner