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fort gondo

GONDO-17-09-2018- Vor hundert Jahren

verbrachte eine junge Frau drei Jahre als Leiterin der Soldatenstube im Fort Gondo. Es waren drei Kriegsjahre, hundert Soldaten bewachten die engste Stelle der Gondoschlucht aus ihrer in die Felswand gehauenen Festung auf gut 1000 Metern Höhe die Simplonstrasse gegen Eindringlinge aus dem Süden. Im Winter waren sie oft tagelang unter Lawinen blockiert. Wenn die Grenze zu Italien wegen des Krieges gesperrt war und der Schnee den Nachschub über den Simplonpass verunmöglichte, wurden die Vorräte knapp und die Post blieb aus. Else Fischer hiess die Frau, die es als einziges weibliches Wesen im Fort mit dem Betrieb der Soldatenstube und ihrem fröhlichen Temperament schaffte, die Truppen bei Laune zu halten. Nachdem die Spanische Grippe im Jahr 1918 das Fort erreicht hatte und sich das Kriegsende abzeichnete, löste die Armeeführung das Fort und die Soldatenstube auf. Zwanzig Jahre später schriebt Else Hess-Fischer das Buch "Erinnerungen einer Soldatenmutter aus der Zeit der Grenzbesetzung 1914-1918", das 1936 in Bern erschien. Es hält ihren Alltag in dieser unwirtlichsten Ecke der Schweiz fest und sagt am Schluss, ihre 1048 Diensttage im Fort seien die "schönsten und segensreichsten" ihres Lebens gewesen. -  Im Dezember 2018 wird das Buch als Neuauflage im Rotten Verlag in Visp erscheinen - reich illustriert mit zeitgenössischem Bildmaterial, einer Zeittafel und Erläuterungen zum Verständnis jener Zeit.