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CREVOLADOSSOLA - 17-2-2026 -- Jahrelang war sie kaum noch zu sehen, fast vollständig vom Wald verschluckt. Ein stilles Profil zwischen Bäumen und Sträuchern, das im Laufe der Zeit aus dem Blickfeld des Tals verschwand. Heute tritt die Kapelle von Croppargino wieder hervor – und mit ihr ein Stück lokaler Geschichte.
Unweit der Ortschaft Scezza, oberhalb von Crevola Alta im Gemeindegebiet von Crevoladossola, erhebt sich dieses sakrale Bauwerk in außergewöhnlicher Panoramalage. Von hier aus öffnet sich der Blick weit über die Täler Ossola und Divedro – einer der eindrucksvollsten Aussichtspunkte der Region.
Im Laufe der Jahre hatte die Vegetation die Kapelle zunehmend überwuchert. Dadurch wurde sie nicht nur unsichtbar, sondern auch anfälliger für die Gefahr von Waldbränden. Ein schleichender Prozess, der das Gebäude beinahe aus Landschaft und Erinnerung verdrängte.
Die Gemeindeverwaltung von Crevoladossola hat nun mit einem gezielten forstwirtschaftlichen Eingriff reagiert. Das Ergebnis: Croppargino ist wieder freigestellt, gesichert und von weiten Teilen des Tals aus sichtbar. Es handelt sich nicht nur um eine Maßnahme zur Gefahrenprävention, sondern um eine bewusste Rückgabe des Bauwerks an die Landschaft und an die Gemeinschaft.
Die 1845 errichtete Kapelle birgt im Inneren ein besonderes Zeugnis: ein steinernes Kreuz aus dem Jahr 1740, das vermutlich bereits vor dem Bau existierte und später integriert wurde. Damit reicht die religiöse Geschichte des Ortes noch weiter zurück. Es ist das höchstgelegene und am stärksten isolierte Sakralgebäude im Gebiet von Crevoladossola.
In einem nächsten Schritt plant die Gemeinde eine künstlerische Beleuchtung, gespeist durch Photovoltaik-Module. Ziel ist es, den Ort weiter aufzuwerten und auch in den Abendstunden sichtbar zu machen – als sanftes Lichtzeichen über dem Tal.
Croppargino ist mehr als ein freigelegtes Gebäude: Es ist ein wiederentdecktes Stück Identität – zwischen Wald, Stein und weitem Horizont.
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