
FORMAZZA - 16-4-2026 -- Man nennt es Standseilbahn, Alpmetro oder Walserbahn. Unabhängig von der Bezeichnung zählt für das Formazzatal und Bosco Gurin vor allem eines: Das Projekt soll vorankommen. Geplant ist eine rund sechs Kilometer lange Verbindung, die die beiden Seiten der Grenze miteinander verbindet und die touristische Attraktivität der Region stärkt.
Es handelt sich um ein Vorhaben, über das bereits seit den 1990er-Jahren diskutiert wird und das nun nach einem neuen institutionellen Treffen in Rom wieder in den Fokus rückt. Vor wenigen Tagen nahm eine Delegation aus dem Verbano Cusio Ossola sowie Vertreter der Schweizer Kantone Tessin und Wallis an Gesprächen im italienischen Infrastrukturministerium teil, bei denen grenzüberschreitende Verbindungen im Mittelpunkt standen.
Mit dabei war auch die Bürgermeisterin von Formazza, Bruna Papa, die das Projekt seit Jahren begleitet. „Wir gehen Schritt für Schritt vor. Es wurde eine Arbeitsgruppe zwischen den Behörden in Rom und Bern gebildet, die auf ein internationales Programmabkommen hinarbeiten wird“, erklärt sie. Ein wichtiger Schritt auch gegenüber der Schweizer Seite: „Die Schweiz wollte die Zusicherung, dass die Region Piemont das Projekt als strategisch einstuft. Soweit ich weiß, wird in Turin daran gearbeitet.“
Eine erste konkrete Phase hatte das Projekt bereits 2019 mit der Unterzeichnung eines Memorandums zwischen den Gemeinden Formazza und Bosco Gurin erreicht, bevor es durch die Pandemie gestoppt wurde. „Mit Covid ist alles zum Stillstand gekommen“, erinnert sich die Bürgermeisterin, die nun von einer Wiederaufnahme der Arbeiten spricht.
Was die Finanzierung betrifft, bleibt vieles offen. „Für Finanzierungsfragen ist es noch zu früh. Klar ist, dass die Federführung auf Schweizer Seite liegt. Nach der Unterzeichnung eines neuen Abkommens muss erst die gesamte Finanzierungskette aufgebaut werden“, so Papa.
Geplant ist eine Strecke von etwa sechs Kilometern, größtenteils auf italienischem Gebiet. Vorgesehen ist eine Standseilbahn mit Schmalspur, die überwiegend durch einen Tunnel führt und bis zu 50 Personen in rund acht Minuten von einer Seite der Grenze zur anderen transportieren kann. Die Investitionskosten werden auf etwa 70 Millionen Euro geschätzt.
Eine der größten Herausforderungen bleibt die Abstimmung der rechtlichen Rahmenbedingungen beider Länder. „Die größte Schwierigkeit besteht darin, die Gesetze und Vorschriften zweier Staaten in Einklang zu bringen“, betont die Bürgermeisterin.
Sollte das Projekt realisiert werden, könnte es zu einem wichtigen Baustein für die touristische Entwicklung der Region werden, indem es das Formazzatal und das Ossolagebiet mit dem oberen Maggiatal und der Lötschberg-Achse verbindet und so ein integriertes alpines Netzwerk stärkt.

