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Ein Grundbegriff im Marketing besagt, dass jeder Markt lokal reagiert. Wer zum Beispiel im Markt jenseits der Alpen aktiv sein will, muss dies beachten. In Italien konsumieren die meisten Leute ihre Informationen über das Fernsehen, Internet und dem Handy.

Dies ist vor allem im Schweizer Mittelland anders. Viele Familien und Unternehmen haben Tageszeitungen abonniert und erhalten sie auf Papier gedruckt bereits ab 5.30 Uhr im Briefkasten. Währenddem die Gratiszeitungen für Pendler in Mailand und Umgebung längst Vergangenheit sind, hat jede grössere Schweizer Stadt seine «20 Minuten» Ausgabe mit gesamthaft über 1,3 Millionen Leser in den drei wichtigen Landesprachen Deutsch, Französisch und Italienisch.

Noch vor 30 Jahren schien es klar, dass die Zeit der Information über Papier

bald vorbei sein werde. Mein Freund und grosser Touristiker, der Oberwalliser Bruno Franzen und Gründer von INTERHOME, verkündete damals das Ende das Zeitalters des Papiers; niemand würde mehr Papier verwenden.  

Nicht nur er, auch ich hatte mich geirrt. Die Informationen auf Papier ist wieder wichtiger geworden.

Die neuste Studie des renommierten Zusammenschlusses von Marktforschungs-Instituten MACH.CH zeigt  auf, dass sogar 77,5% der 14 bis 35 jährigen Frauen und Männer am besten mit Informationen auf Papier erreicht werden. Dies gilt für Aktualitäten, Chronik, Politik und auch die Wirtschaft.

Mit anderen Worten, die neue Generation, welche bisher zur Elektronik abwanderte, liest wieder vermehrt auf Papier und lässt sich durch Plakate in den Strassen informieren.

Ein interessantes Phänomen, welches dem Gedruckten mehr Wert zukommen lässt:

Wer eine Zeitung liest, wird wieder als Mitmensch geschätzt, der sich aus der Masse abhebt. Vielleicht wie die hippen Leute, die ein kostspielige Uhr kaufen und sie gut sichtbar am Handgelenk tragen. Sie brauchen den Zeitmesser nicht um sich über die Uhrzeit zu informieren, sondern weil eine luxuriöse Uhr gesellschaftlich «in» ist.

Dass aber zum Beispiel der USA Markt in Tourismus nach Europa anders spielt,

sagte letzthin die Managerin des erfolgreichen Panoramazuges «Glacier Express»: Die meisten Fahrgäste aus Nordamerika   liessen sich über Instagramm-Fotos und Kurzkommentare für eine Reise mit dem langsamsten Schnellzug der Welt von Zermatt nach St. Moritz begeistern. Fazit: Der USA Markt tickt anders.

Das Wallis hingegen tut gut daran mit ihrer Plakat- und Image Kampagne «Wallis, ins Herz gemeisselt» weiter zu fahren. Einen Teil unserer Sommerferien habe ich in Zermatt gebucht.

Walter Finkbohner, Ehrenmitglied der Zürcher PR-Gesellschaft ZPRG