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Glücklich die Gegenden, in denen die Geografie der Bevölkerung «Aussichtsberge»

zur Verfügung stellt. Sie sind eine natürliche Ressource, die zum gemeinsamen Wohlstand genutzt werden kann und auch dem Naturschutz dient.

Einer dieser Berge ist in der Schweiz die 1800 Meter hohe Rigi in der Nähe von Zürich und Luzern, welcher dank seiner atemberaubenden Aussicht auch die Königin der über Berge genannt wird, «Regina montis» oder eben Rigi.

Nicht erstaunlich, dass bereits 1871 die erste Dampf-Bergbahn vom Vierwaldstätter-See in Vitznau die «Turristes» auf den Rigi Kulm brachten und vier Jahre später eine

weitere Zahnradbahn auf der nord-östlich Bergseite in Betrieb genommen wurde.

Beide Bahnen hatten und haben Erfolg.

Und heute? Den beiden Bahnen gesellte sich auch eine Luftseilbahn und so finden

bis gegen eine Million von Fahrgästen den Weg auf die Bergkönigin. Warum fahren alle per elektrische Bahnen auf den wunderschönen Berg zum Wandern, um die Welt geniessen? Ganz einfach, es gibt keine Strasse hinauf und der ganze Berg ist autofrei. Dies ist nicht nur für die Umwelt gut, sondern auch für die Menschen, wie es die autofreien Bergorte zum Beispiel im Wallis zeigen.

Die Rigibahnen geben 250 Einwohnern der Gegend Arbeit und Auskommen und die Gesellschaft erarbeitete auch 2023 wiederum einen Gewinn von 5 Mio Franken, welcher den vielen kleinen Aktionären und dem Gewerbe rund um die Rigi zugutekommen.

Und warum sieht die Bilanz der «Righi Italiano», des Mottarone ob Stresa, so ganz anders aus? Auch dort verkehrte von 1911 (Eröffnung der internationalen Simplon-Eisenbahn 1906) bis 1963 eine Zahnradbahn nach schweizerischem Vorbild. Dann wurde sie eingestellt und die Strasse zum Lebensnerv des Berges, mit grossen Parkplätzen anstelle von Wiesen. Von 1970 bis 2021 verkehrte eine Luftseilbahn, allerdings ohne grossen finanziellen Erfolg, war die Talstation doch schwierig zu erreichen.

Warum, so fragen sich Tourismusexperten aus aller Welt, besinnt man sich nicht auch in Italien auf einen autofreien «Mottarone»? Sogar in Spanien (Katalonien) und Frankreich (Puy de Dôme) wurden «die guten alten Bahnen auf den Berg» wieder neu gebaut und haben einen grossen Erfolg für den Tourismus und die Beschäftigung, den Wohlstand in ihren Regionen.

Walter Finkbohner