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Mit einer Stimmbeteiligung von 45,1 % haben die Schweizer am vergangenen Wochenende den geplanten Ausbau der Autobahnen mit einem Kredit von 4,9 Milliarden Franken abgelehnt: 52,7 % stimmten nein.

Die schweizerischen Autobahnen gehören der Eidgenossenschaft und leiden jährlich in diversen Landesgegenden an, für schweizerische Verhältnisse, grossen Staus. Das Parlament und Regierung wollten diesem unbefriedigenden Zustand entgegenwirken und schlugen dem Volk vor, an sechs besonders kritischen Stellen, neue Autobahnspuren oder neue Tunnels zu bauen

Die Gegner des Ausbaus waren der Ansicht, dass neue Kapazitäts-Erweiterungen

des Autobahnnetzes zu vermehrtem Verkehr führen würde, was auch seine

Richtigkeit hat. Auf der anderen Seite führen die Staus besonders für Fahrzeuge die gewerblich unterwegs sind zu höheren Kosten, die am Schluss wieder der privaten nationalen Produktivität schaden.

Der «Souverän», das abstimmende Volk, hat aber nun entschieden. Es wird nicht gebaut. Die Regierung und das Parlament müssen zur Kenntnis nehmen,

dass vor allem auch die lateinische Schweiz -seit jeher autofreundlicher als die

Deutschschweiz- diesmal gegen den überbordenden Autoverkehr stimmte. Offenbar, so zeigt die Analyse des Stimmverhaltens, haben 18% mehr Frauen als die Männer gegen den Autobahnausbau gestimmt. Ein einzigartiges Ergebnis. Eine Lösung

muss aber in den nächsten Jahren gefunden werden, denn es ist nicht möglich

die gesamte Mobilität auf das Schienennetz zu verlagern. Intelligente Vorschläge sind nun zu erarbeiten, denn die Mobilität ist ein Anliegen Aller.

Walter Finkbohner

In rot/rosaroter Farbe die Kantone welche gegen den Vorschlag zum Ausbau der Autobahnen waren, die Kantone in blau/hellblau stimmten dafür.