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Ossola24 und Wallis24 berichteten davon: Es war eine gute Idee, die zukünftigen

Pensionäre der Eisenbahn Gruppe “Brig-Visp Zermatt Bahn” im Hauptort des Ossola von Direktor Egon Gsponer und dem Sindaco der «Città di Domodossola», Lucio Pizzi, zu verabschieden.

Dabei wurde von den beiden Bahnen gesprochen, die mit ihrer Spurweite von nur einem Meter «Cousins» sind; dies im Gegenteil zur Normalspur der Eisenbahnen mit 1 Meter 435 Zentimeter.

Aber wo liegen die grossen Differenzen zwischen den beiden Bahnen? Die Vigezzina-Centovalli Bahn ist eine internationale «Langsamverbindung» zwischen Domodossola und Locarno, das heisst zwischen der Westschweiz und dem Tessin.  Beide Bahnen bieten auf ihre Fahrt durch die Voralpen und Alpen wunderbare Aussichten auf das Panorama und gehören zu den schönsten Augen-Genuss-Reisen.

Der italienische Abschnitt von Domodossola bis zur Grenze in Camedo dient vor allem dem internationalen Verkehr mit 9 direkten Zügen, aber nur fünf Regionalzügen die vorwiegend den Schülern dienen. Hingegen wird zwischen Locarno und Camedo  ein Halbstundentakt angeboten, der von Einheimischen und Touristen täglich bis nach Mitternacht benützt wird. Für die «Frontalieri» aus dem Ossola mit Ziel Kanton Tessin sind auch die neuen, schönen «Züglein» leider zu langsam.

Von Brig oder Visp nach dem autofreien Zermatt werden über den ganzen Tag mit über 30 Zügen pro Richtung im Halbstundentakt angeboten. In der Richtung ins Rhonetal in Richtung Fiesch gilt sogar ein 15 Minuten Takt. Zudem fahren Schnellzüge in Richtung Andermatt. Der berühmte Luxuszug «Glacier Express» nach St. Moritz fährt in den Saisons sogar mehr als einmal. Er ist vielfach ausverkauft.

Warum ist das Angebot zwischen dem Ossola und Camedo und Locarno so anders als im nahen Tessin und Wallis?

In der Schweiz bestellen die finanziell autonomen Kantone die Regionalzüge und Busse, um der Bevölkerung und dem Tourismus eine Alternative zum privaten Verkehr anzubieten. Dies kostet wohl, aber der wirtschaftliche Nutzen zeigt sich: Im Tessin und im Wallis steigt die Einwohnerzahl und die Wirtschaft blüht.

Dies zeigt sich besonders auch in der wirtschaftlichen Ausrichtung der italienischen Val Vigezzo Bahn, der SSIF, welche wenigen privaten Aktionären gehört. Die SSIF lebt von Billett-Einnahmen, den Subventionen des Verkehrsministeriums in Rom und Europäischen Finanzierungen zB für die neuen Züge, die zurzeit in Ablieferung sind.

Die «Brig-Visp-Zermatt Bahn», hingegen gehört als «Matterhorn-Gotthardbahn» zur Holding «BVZ AG», deren Aktien an der Schweizer Börse gehandelt werden. Jedermann, der eine Aktie zum heutigen Preis von Frs. 1050.- kauft, ist am Wohlergehen des Unternehmens interessiert. Dank dem hervorragenden Service und der stetigen Entwicklung des Unternehmens -sei es im öffentlichen Verkehr und den touristischen Leistungen- steigt der Wert der Aktien.

Die BVZ Holding ist zudem dauernd bestrebt auch die Infrastruktur der Bahn auf dem neusten Stand zu halten und wenn möglich die Fahrzeiten zu verkürzen: So konnten zwischen Andermatt und Göschenen auf der Zahnradstrecke 4 von 10 Minuten eingespart werden und für die Strecke Täsch-Zermatt soll ab 2035 ein neuer Tunnel in Betrieb genommen werden, der 480 Mio Franken kostet und die Fahrzeit um 6 Minuten verkürzen wird.  Zudem wird die Bahn von Lawinenniedergängen geschützt. Damit ist auch ein Viertelstunden-Takt zwischen Täsch und Zermatt ohne zusätzlich Zugskompositionen möglich.  Es ist wie überall: Ohne Innovationen, droht Stillstand.

Und wie wäre es, wenn die Vigezzino-Bahn als Tram die immer überlastete Strasse zwischen Crevoladossola und Domodossola entlasten würde? Träume sind der Vater von Visionen und dann auch der Verwirklichungen.

Walter Finkbohner